Im Niger, dem viert-ärmsten Land der Welt, will die Bevölkerung der Gemeinde Abala Brunnen bauen. SWISSAID hilft ihnen seit kurzem dabei. „Am dringendsten benötigen wir Trinkwasser“, stellten die Einwohnerinnen und Einwohner vor einiger Zeit fest, als sie zusammen mit den lokalen Behörden den so genannten Entwicklungsplan erarbeiteten und dabei die wichtigsten Bedürfnisse festhielten. Heute müssen die Frauen und Kinder das Trinkwasser häufig kilometerweit in die Dörfer schleppen – anstatt die Felder zu bewirtschaften oder in der Schule das ABC zu pauken.
„Endlich geht es mit dem Trinkwasser vorwärts. Wir warten schon so lange. Darum helfen auch alle Bewohner mit so gut sie können“, erklärt einer der Dorfchefs von Abala.
Die bestehenden Brunnen reichen nur für die Hälfte der Bevölkerung und deren Vieh aus – die Lebensgrundlage der Menschen in der Region. Zudem ist der Zugang zu Wasser für die sesshafte Bevölkerung und die Nomaden sehr unterschiedlich, was zu Konflikten zwischen den Bevölkerungsgruppen führt. Während der Regenzeit sind viele Menschen gezwungen, das Wasser aus den Pfützen zu trinken. Das kostbare Nass ist zudem nicht immer von bester Qualität, im Gegenteil. Die Menschen leiden unter Durchfall, Cholera und Bilharziose. Ohne ausreichend Wasser ist es den Bäuerinnen zudem nicht möglich, einen Gemüsegarten zu bestellen.
Die Gemeinde Abala, 250 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Niamey gelegen, ist für Schweizer Verhältnisse riesig: auf einer Fläche von 6000 km2 leben 53 000 Bauern und Nomaden in 72 Dörfern und Weilern.
33 Brunnen wollen die Menschen neu bauen oder wiederherstellen. Nach Abschluss des Projekts Ende 2011 sollen 63% der Bevölkerung über Zugang zu Trinkwasser guter Qualität verfügen. Doch mit dem Brunnenbau und dem Zugang zu Viehtränken ist es nicht getan.
Ebenso wichtig ist der Aufbau von lokalen Wasserkomitees, die das Wassermanagement an die Hand nehmen und für den Schutz und Unterhalt der Brunnen verantwortlich zeichnen. In die Wasserkomitees werden Frauen und Männer gewählt. Damit die Wasserkonflikte besser beigelegt werden können, sind zudem Kurse zur Konfliktbewältigung geplant. Ausserdem übernimmt die Bevölkerung 6% der Kosten, was für die Menschen vor Ort eine enorme Investition darstellt – das Jahreseinkommen liegt für die grosse Mehrheit unter 125 Franken.
Als weiteres wichtiges Element zur Sicherung der Nachhaltigkeit wird in Zusammenarbeit mit einem Mikrofinanzinstitut vor Ort ein Kreditsystem aufgebaut. Besonders Frauen sollen dank eines kleinen Darlehens das Land für einen Garten urbar machen und Gemüse anbauen können. Hungerperioden lassen sich so besser überbrücken. Über den Verkauf der Produktionsüberschüsse können die Frauen zudem einen dringend benötigten Zusatzverdienst erwirtschaften.




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