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Vulkanausbruch in Ecuador

Tungurahua, aktiv
Am 28. Mai spuckte der 5016 Meter hohe Tungurahua Glut und Asche bis zu zehn Kilometer hoch in die Athmosphäre. Die Aschewolke wurde glücklicherweise Richtung Pazifik getrieben. „Die Asche schadet jedoch den Atemwegen, bedeckt die umliegenden Felder und gefährdet die Tiere auf den Weiden“, erklärt SWISSAID-Mitarbeiterin Alicia Muñoz. Für die Tiere wurde Futtermittel herbeigeschafft. Glücklicherweise hielt sich der Schaden für die Bevölkerung in der Nähe des Tungurahua bis jetzt in Grenzen. SWISSAID-Projekte kamen nicht zu Schaden. Das geophysikalische Institut Ecuadors macht jedoch darauf aufmerksam, dass es jederzeit zu neuen Eruptionen kommen könne. Das SWISSAID-Büro in Quito verfolgt das Thema aufmerksam und würde falls notwendig Hilfsmassnahmen ergreifen.

Anwohner gegen Evakuierung
Die SWISSAID-Mitarbeiterin vor Ort, Alicia Muñoz erzählt, die Anwohner seien besorgt, weil sich der Tungurahua gemäss dem ecuadorianischen geophysischen Institut gleich gebärde, wie vor dreieinhalb Jahren, wie im August 2006: Damals brach er das letzte Mal so heftig aus, dass pyroklastische Ströme fünf Dörfer unter sich begruben und mehrere Menschenleben forderten. Dass es nicht mehr Tote zu beklagen gab, ist der Tatsache zu verdanken, dass die Behörden Tausende Bewohner der umliegenden Dörfer evakuiert hatten.

Die Notfallpläne existieren, einzelne Dörfer wurden evakuiert. „Behördenvertreter verteilen inzwischen Lebensmittel und stellen sicher, dass die Herbergen, die an die Risikozone grenzen, bereit sind, Menschen aufzunehmen“, sagt Muñoz.

Nur: Viele der Menschen, die am Fusse des Tungurahua leben, wollen ihr Zuhause nicht verlassen. „Mama Tungurahua“ nennen sie den mächtigen Vulkan. Sie glauben, dass sie die Jungfrau von Agua Santa beschützen werde oder meinen lakonisch: „Aus der Erde kommen wir und zu ihr werden wir zurückkehren.“

SWISSAID-Mitarbeitende vor Ort sind besorgt darüber, dass es den Behörden bis jetzt nicht gelungen ist, die Lokalbevölkerung zu überzeugen, sich im Fall eines Evakuationsbefehls in Sicherheit zu begeben. In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden versuchen sie, die Bevölkerung für die Gefahr zu sensibilisieren. Sie helfen aber auch, für den Notfall vorzusorgen, bauen Wasserreservoirs und Behälter für Tierfutter.

SWISSAID-Mitarbeiter und –Mitarbeiterinnen, die in der Provinz Pelileo und in den Gemeinden Nitón, Rumichaca, Huayrapata und Sigualó Alto engagiert sind, sind selbst gefährdet. Sie arbeiten in Aufforstungs-, Wasser- und Biolandbau-Projekten. Auch sie müssten evakuiert werden, sollten sich die Anzeichen für einen Ausbruch verdichten.

Der Tungurahua war lange ruhig: von 1944 bis 1999. Seiher macht er sich kontinuierlich bemerkbar. 2006 kam es zu zwei heftigen Ausbrüchen, 2008 spuckte der Vulkan einmal Lava und Asche.

(31.5.2010)
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