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120 Familien von Palmölfirmen vertrieben

Palmoelplantage in Kolombien
120 Familien in «Las Pavas» wurden am 14. Juli unsanft aus dem Schlaf gerissen. In den frühen Morgenstunden tauchten schwer bewaffnete Polizisten auf der «Finca» in der Gemeinde Peñon auf, wo gut 1000 Menschen leben, und beschieden ihnen, sie müssten das Land sofort verlassen. Kurz danach trafen auch 120 Bereitschaftspolizisten ein und zerstörten 60 Häuser und 50 Hektaren Mais-, Kartoffel- und Bananenkulturen. Der Grund für die Polizeiaktion: Auf dem insgesamt rund 3000 Hektaren grossen Grundstück wollen zwei kolumbianische Firmen Ölpalmen anpflanzen.

Das fragliche Land ist – wie so oft in Kolumbien – rechtlich umstritten. 1997 war das Gebiet im Süden der Provinz Bolívar von seinem früheren Besitzer aufgegeben worden. Danach hatten sich Campesinos dort niedergelassen und auf Teilen des brach liegenden Landes mit dem Anbau von Mais und anderen Kulturpflanzen begonnen. Das kolumbianische Institut für ländliche Entwicklung hatte danach ein Verfahren eingeleitet, welches die Übertragung der Landtitel an die Bauerngemeinschaft überprüfte. Trotzdem gab der Bürgermeister von Peñon auf Antrag der Palmölfirmen den Räumungsbefehl, was gegen die kolumbianische Verfassung verstösst.

Der Fall «Las Pavas» zeigt exemplarisch auf, welche Folgen der von Kolumbiens Regierung geförderte Anbau von Ölpalmen haben kann. Der Druck auf das Land steigt, und in einem von bewaffneten Konflikten um die Landnutzung geprägten Land wie Kolumbien ziehen Kleinbauern meist den kürzeren. Gerade im Süden der Provinz Bolívar sind Tausende weitere Menschen von der Vertreibung durch die Palmöl-Konzerne bedroht. Denn das Geschäft mit dem Öl der «Palma Africana» boomt: Es wird in der industriellen Lebensmittelproduktion oder in Seifen verwendet – und in zunehmendem Masse zur Produktion von Agrotreibstoffen für den Export.

SWISSAID setzt sich in Kolumbien für die Rechte der Kleinbauern-Familien ein und ist auch im Fall von «Las Pavas» bereits aktiv geworden. Diese sollen auf ihr Land zurückkehren können und für die Zerstörung ihrer Häuser und Kulturen entschädigt werden. Zudem leistet SWISSAID den betroffenen Familien, die derzeit im Stadtpark von Peñon in einem Lager untergebracht sind, Nothilfe in Form von Lebensmitteln, Kochutensilien und Zelten. Dafür möchte ich spenden
 
Weshalb Treibstoffe aus Pflanzen den Hunger verschärfen
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